Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ist seit Jahrtausenden in China eine gängige Praxis zur Behandlung verschiedener Krankheiten und hat sich oft als wirksam erwiesen. Allerdings ist TCM in der westlichen Welt nicht so anerkannt, insbesondere unter schulmedizinischen Ärzten und Studenten. Um dies zu ändern, wird nun TCM als Pflichtkurs in der Ausbildung von Schulmedizin-Studenten angeboten. Ein Team von Forschern wollte herausfinden, wie dieser Kurs die Einstellung von Medizinstudenten zur TCM beeinflusst.
Die Studie fand an der Xiangya Medical School statt, wo Medizinstudenten sowohl vor als auch nach einem TCM-Kurs an einer Online-Umfrage teilnahmen. Die Forscher untersuchten, wie die Studenten über TCM dachten und welche Behandlungsarten sie für verschiedene Krankheiten bevorzugten. Dies erfolgte mittels einer Skala zur Erfassung der Einstellung zur TCM, die verschiedene Aspekte wie Wissensstand, Emotionen und Handlungsabsichten umfasst.
Mögliche zukünftige Änderungen und Auswirkungen
Die Erkenntnisse dieser Studie könnten dazu führen, dass TCM-Kurse in der Schulmedizin-Ausbildung vermehrt integriert werden. Medizinstudenten, die früh in ihrer Ausbildung TCM-Kurse belegen, zeigen eine positivere Einstellung zur TCM. Dies könnte zukünftig zu einer größeren Akzeptanz und Nutzung von TCM in der westlichen medizinischen Praxis führen, was wiederum eine umfassendere Behandlung von Patienten ermöglichen könnte.
Grundlegende Begriffe und Konzepte
- Traditionelle Chinesische Medizin (TCM): Eine Sammlung von Heilmethoden und -praktiken, die sich in China über Jahrtausende entwickelt haben.
- Schulmedizin (WM): Auch als westliche Medizin bekannt, bezieht sich auf die moderne wissenschaftlich fundierte Medizin.
- Evaluierungsskala zur Einstellung zur TCM (ASTCM): Ein Fragebogen, der die Haltung von Medizinstudenten gegenüber TCM misst. Er umfasst Aspekte wie Wissen, emotionale Einstellung und Handlungsneigung.
- Fünf-Jahres-Programm (FYP): Ein medizinisches Ausbildungsprogramm, das fünf Jahre dauert.
- Acht-Jahres-Programm (EYP): Ein umfassenderes medizinisches Ausbildungsprogramm über acht Jahre.
| Kategori | Vor dem Kurs (Durchschnitt) | Nach dem Kurs (Durchschnitt) | Signifikanz |
|---|---|---|---|
| FYP Gesamtscore | 66.42 | 71.43 | P<.001 |
| EYP Gesamtscore | 60.36 | 62.92 | P>.05 |
Zusammenfassend zeigt die Forschung, dass die Einbeziehung von TCM-Kursen in die medizinische Ausbildung dazu führt, dass Studenten offener gegenüber alternativen Behandlungen wie TCM werden. Diese Einstellung kann auch ihre künftige Behandlungswahl beeinflussen, da sie in einem breiteren Spektrum an medizinischen Ansätzen geschult werden. Der Erfolg von TCM-Kursen in der Ausbildung könnte einen Paradigmenwechsel im Umgang mit integrativer Medizin einläuten.
Ergebnisse der Integration von TCM-Kursen in das Curriculum von westlichen Medizinstudienprogrammen
In dieser Studie wurde untersucht, wie sich Kurse in Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM) auf die Einstellung von westlichen Medizinstudenten (WM) gegenüber TCM auswirken, die an der Xiangya Medical School stattfanden. Die wichtigsten Ergebnisse zeigen, dass die Einbindung von TCM-Kursen in das Curriculum die positive Einstellung von WM-Studenten zu TCM signifikant verbessern kann.
Hintergrund und Zielsetzung
TCM hat sich über Jahrtausende als wirksam bei der Behandlung verschiedener Krankheiten in China erwiesen, wird jedoch von westlichen Medizinern und Studenten oft nicht anerkannt. Angesichts dieser Diskrepanz wurde an westlichen Medizinschulen TCM als Pflichtkurs eingeführt. Die Studie zielte darauf ab, die Auswirkungen dieser Kurse auf die Einstellung und Präferenzen der Studenten zu eruieren.
Methode
WM-Studenten der Xiangya Medical School wurden zu einer webgestützten Umfrage eingeladen, die sie vor und unmittelbar nach einem TCM-Kurs absolvierten. Die Einstellung zur TCM und die Behandlungspräferenzen für unterschiedlichste Krankheitsbilder wurden mithilfe der Astitude Scale of TCM (ASTCM) bewertet. Die ASTCM besteht aus 18 Items, die kognitive Dimensionen (5 Items), emotionale Dimensionen (8 Items) und verhaltensbezogene Tendenzen (5 Items) messen.
Ergebnisse
| Kategorie | FYP Vorher | FYP Nachher | EYP Vorher | EYP Nachher |
|---|---|---|---|---|
| Gesamtpunktzahl | 66.42 (SD 7.66) | 71.43 (SD 7.38) | 60.36 (SD 10.53) | 62.92 (SD 10.05) |
| Kognition | 21.64 (SD 2.08) | 22.90 (SD 1.94) | 20.50 (SD 2.73) | 20.69 (SD 2.73) |
| Affektion | 25.21 (SD 4.39) | 27.96 (SD 4.4) | 22.36 (SD 6.32) | 23.44 (SD 5.84) |
| Verhalten | 19.577 (SD 3.02) | 20.58 (SD 2.76) | 17.50 (SD 3.54) | 18.78 (SD 3.22) |
FYP-Studenten zeigten einen signifikanten Anstieg der Gesamtpunktzahl von 66.42 auf 71.43 (P<.001) nach dem TCM-Kurs. Alle drei Faktoren der Einstellung zeigten deutliche Verbesserungen. EYP-Studenten hingegen verzeichneten keine signifikanten Veränderungen, außer in der Kategorie Verhalten.
Die Bevorzugung von TCM-Behandlungen nahm signifikant zu, während die Präferenz für rein westmedizinische Ansätze abnahm. Diese Änderungen wurden insbesondere bei akuten, chronischen und physischen Krankheiten bei FYP-Studenten und bei inneren, chirurgischen (perioperativen) sowie psychischen Erkrankungen bei EYP-Studenten festgestellt.
Schlussfolgerung
Frühzeitig in das Studium eingebettete TCM-Kurse können die Einstellung von Medizinstudenten zu TCM positiv beeinflussen. Diese Ergebnisse bieten wertvolle Anhaltspunkte für die Gestaltung und Integration von TCM-Kursen in westlichen Medizincurricula.
Weitere Informationen zu dieser Forschung sind auf PubMed verfügbar: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41544255.