Der Klimawandel führt dazu, dass Arbeiter in vielen Berufen zunehmend hohen Temperaturen ausgesetzt sind. Dies kann nicht nur gesundheitliche Probleme wie Hitzeschläge verursachen, sondern beeinflusst auch die Schlafqualität, was für die Erholung, Sicherheit und Produktivität der Menschen von entscheidender Bedeutung ist. Eine systematische Überprüfung von 11 Studien, die in verschiedenen Regionen weltweit durchgeführt wurde, hat belegt, dass Wärmeeinwirkung im Job die Schlafqualität und -dauer erheblich beeinträchtigt. In dieser Forschung wurden Erwachsenen untersucht, die unter wärmebelastenden Bedingungen arbeiten. Die Ergebnisse zeigen, dass viele Arbeiter Schwierigkeiten haben, einzuschlafen, unruhig schlafen oder nachts sogar schwitzen, wenn die Temperaturen über 25°C steigen.

Die Auswirkungen des Schlafmangels und der Hitzebelastung auf die Produktivität und das allgemeine Wohlbefinden der Arbeiter sind besorgniserregend. Besonders gefährdet sind bestimmte Gruppen, wie Schichtarbeiter, Frauen, ältere Erwachsene und solche, die in städtischen Hitzeinseln leben oder in unzureichend belüfteten Wohnungen wohnen. Die Forschung hebt auch hervor, dass es dringend notwendig ist, Strategien zu entwickeln, die sowohl die Schlafqualität als auch den Schutz vor Wärme steigern. Dies könnte durch Kühlmaßnahmen am Arbeitsplatz, bessere Wohnverhältnisse und angepasste Arbeits- und Pausenzeiten erfolgen. Eine solche Integration von Schlafmanagement in das Hitzestressmanagement könnte entscheidend für das Wohlbefinden der Arbeiter im Kontext des Klimawandels sein.

Wenn wir in Zukunft die Arbeitsbedingungen und Gesundheitsstrategien anpassen, könnten wir die negativen Auswirkungen von Hitze auf den Schlaf und daher auch auf die allgemeine Gesundheit und Produktivität der Arbeiter verringern. Ändert sich das Bewusstsein und die Handhabung solcher Situationen, könnten effektive Lösungen gefunden werden, die sowohl den Arbeitern als auch den Arbeitgebern zugutekommen.

  • Klimawandel: Langfristige Veränderungen des globalen Klimas, die durch menschliche Aktivitäten verstärkt werden, wie beispielsweise die Erhöhung der Durchschnittstemperaturen.
  • Hitzebelastung: Zustand, bei dem der Körper hohen Temperaturen ausgesetzt ist, was zu gesundheitlichen Risiken führen kann.
  • Schlafqualität: Bezieht sich darauf, wie gut und erholsam der Schlaf ist. Sie kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden, einschließlich Temperatur und Stress.
  • Schichtarbeit: Arbeitszeitmodelle, bei denen Arbeitnehmer zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten arbeiten müssen.
  • Wärmeinseln: Städtische Gebiete, die aufgrund von Beton und Asphalt höhere Temperaturen aufweisen als die Umgebung.
  • Kühlmaßnahmen: Strategien und Technologien, die darauf abzielen, die Temperatur an einem Arbeitsplatz oder in Wohnbereichen zu senken.

Wesentliche Ergebnisse: Einfluss von Hitzeexposition am Arbeitsplatz auf die Schlafqualität

Die vorliegende systematische Überprüfung untersucht die Auswirkungen der Hitzeexposition am Arbeitsplatz auf die Schlafqualität bei Erwachsenen, unter Berücksichtigung der zunehmenden Herausforderungen durch den Klimawandel. Erwiesen ist, dass Hitzeexposition nicht nur das Risiko hitzebedingter Erkrankungen erhöht, sondern auch signifikante Beeinträchtigungen des Schlafes mit sich bringt, welche für die Genesung, Sicherheit und Produktivität der Arbeiter von wesentlicher Bedeutung sind.

Die Forschung orientierte sich an den Richtlinien für die Synthese ohne Meta-Analyse (Synthesis without Meta-Analysis – SWiM). Über eine umfassende Literatursuche in PubMed, Scopus und Google Scholar in den Jahren 2000 bis 2025 konnten insgesamt 7.108 Datensätze gesichtet werden, wobei 11 Studien die Einschlusskriterien erfüllten. Diese Studien deckten verschiedene geografische Regionen ab, darunter Asien, Australien, Nordamerika und globale Kohorten.

Die Analyse ergab, dass Hitzeexposition durchgängig die Schlafqualität und -dauer beeinträchtigt. Die gängigsten Schlafbeschwerden, die in den Studien festgestellt wurden, umfassen:

  • Schwierigkeiten beim Einschlafen (64%)
  • Ruhelosigkeit (54%)
  • Nicht erholsamer Schlaf (54%)
  • Nacht schwitzen (36%)
  • Verminderte Gesamtschlafzeit (45%)

Zusätzlich wurde ein signifikanter Zusammenhang zwischen nächtlichen Temperaturen über 25°C und hohen Wet Bulb Globe Temperature-Werten am Arbeitsplatz festgestellt. Diese Bedingungen waren stark mit einer verringerten Schlafeffizienz und einer verzögerten Einschlafzeit korreliert.

Besonders anfällig für die negativen Auswirkungen der Hitzeexposition sind:

  • Schichtarbeiter
  • Arbeiter in der Petrochemie und Stahlindustrie
  • Frauen
  • Ältere Erwachsene
  • Niedrigverdienende Arbeiter in städtischen Wärmeinseln und schlecht belüfteten Wohnräumen

Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass die Schlafstörungen, die durch Hitzeexposition verursacht werden, eine zusätzliche Belastung für die Betroffenen darstellen, die sich negativ auf ihre Leistung während des Tages auswirken. Die Forschung hebt hervor, dass eine Integration von Schlafmanagement in Strategien zur Bekämpfung von Hitzestress, einschließlich Kühlung, Verbesserung der Wohnverhältnisse und überarbeiteter Arbeits- und Pausenzeiten, entscheidend für das Wohlbefinden der Arbeiter in Zeiten des Klimawandels ist.

Für weiterführende Informationen siehe: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41680965.